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Balkonkraftwerk Basics: 800 Watt, Speicher & Nulleinspeisung einfach erklärt

Balkonkraftwerke sind in aller Munde, aber wer sich das erste Mal mit dem Thema beschäftigt, wird von Begriffen wie “800 Watt Grenze”, “MPPT-Tracker” oder “Nulleinspeisung” oft regelrecht erschlagen.
Damit ihr in Zukunft genau wisst, wovon ich in meinen Tests spreche, gibt es heute die wichtigsten Basics – ganz einfach und komplett ohne Fachchinesisch!
800 Watt Grenze vs. 2000 Watt Peak: Was darf ich? Der Gesetzgeber macht hier einen wichtigen Unterschied, den ihr kennen müsst:
- 800 Watt: Das ist die maximale Leistung, die der Wechselrichter über einen normalen Stecker in euer Hausnetz einspeisen darf. So ein “steckerfertiges Erzeugungsgerät” dürft ihr ganz ohne Elektriker selbst anschließen.
- 2000 Watt Peak: Das ist die maximale Leistung, die eure Solarpaneele (Module) auf dem Dach oder Balkon haben dürfen.
Warum macht man 2000 Watt aufs Dach, wenn nur 800 Watt ins Haus dürfen? Ganz einfach: Mittags bei voller Sonne erreicht man die 800 Watt schnell. Wenn ihr aber mehr Modulleistung installiert habt (“Overpaneling”), erreicht ihr diese 800 Watt schon viel früher am Morgen und könnt sie bis in die späten Abendstunden halten. Alles, was mittags drüber liegt, verpufft ungenutzt – es sei denn, ihr nutzt einen Speicher!
Was ist ein MPPT-Tracker? Stellt euch ein Solarmodul wie einen Wasserschlauch vor. Wenn ihr mehrere Module in Reihe schaltet und auf eines fällt Schatten (jemand stellt sich auf den Schlauch), bricht die Leistung für alle ein. Hier kommt der MPPT-Tracker (Maximum Power Point Tracking) ins Spiel. Er funktioniert ein bisschen wie die Gangschaltung beim Fahrrad und holt immer das absolute Maximum aus der Sonne. Moderne Geräte haben oft vier MPPT-Tracker. So könnt ihr jedes Panel einzeln anschließen und ein schattiges Modul zieht die anderen nicht mehr mit runter.
Lohnt sich ein Speicher für mich? Ein Speicher fängt genau die Energie ab, die mittags über eurer 800-Watt-Grenze verpuffen würde oder die ihr schlichtweg gerade nicht im Haus verbraucht. Diese Energie könnt ihr dann abends und nachts nutzen, um eure “Grundlast” zu decken. Die Grundlast ist der Strom, den euer Haus immer zieht (Kühlschrank, FRITZ!Box, Smart-Home-Zentrale etc.). Bei mir sind das nachts etwa 200 Watt. Um 12 Stunden (z. B. von 20 Uhr bis 8 Uhr) zu überbrücken, brauche ich also 200 Watt x 12 Stunden = 2400 Wattstunden (2,4 kWh). Rechnet hier noch etwa 10–20 % Puffer ein, da man einen Akku nie komplett leerziehen sollte, und schon habt ihr eure perfekte Speichergröße!
Nulleinspeisung und der Shelly 3EM Damit euer Speicher nachts nicht blind Strom ins Haus jagt, der dann ungenutzt ins öffentliche Netz verpufft, gibt es zwei Wege:
- Fester Wert: Ihr gebt im System einen festen Wert vor (z. B. konstant 200 Watt), der immer abgegeben wird.
- Dynamisch mit Shelly 3EM: Ein Elektriker baut euch einen Shelly 3EM in den Zählerschrank. Dieser misst auf die Sekunde genau, wie viel Strom euer Haus exakt in diesem Moment benötigt. Der Speicher gibt dann immer exakt diese Menge ab. Das ist die sogenannte Nulleinspeisung – die absolut effizienteste Methode!
Strom auf drei Phasen – Wie geht das? Ein Balkonkraftwerk speist den Strom nur auf einer Phase ein, aber unser Hausanschluss hat drei Phasen. Keine Sorge! Moderne Stromzähler arbeiten “saldierend”. Das heißt, sie rechnen alle Phasen gegeneinander auf. Verbraucht ihr auf Phase 1 und 2 jeweils 100 Watt und speist auf Phase 3 genau 200 Watt ein, steht der Zähler effektiv still.
Ich hoffe, das bringt etwas Licht ins Dunkel! Wie hoch ist eigentlich eure nächtliche Grundlast im Haus? Habt ihr das schon mal gemessen? Schreibt es mir in die Kommentare!
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