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Schluss mit dem Schlüssel-Chaos: Aliro revolutioniert den Smart Lock Markt

Jeder kennt das Problem: Ein smartes Schloss von Hersteller A, eine smarte Türklingel von Hersteller B – und für alles braucht man eine eigene App und ein eigenes System für digitale Schlüssel. Der Markt wird bislang von proprietären Ökosystemen geprägt, die uns an bestimmte Hardware-Software-Kombinationen binden.
Mit dieser Fragmentierung will der neue, offene Standard Aliro jetzt aufräumen und endlich für echte Interoperabilität bei der Zutrittskontrolle sorgen.
Was ist Aliro eigentlich?
Entwickelt von der Connectivity Standards Alliance (CSA) – also den gleichen Leuten, die uns schon Matter und Zigbee gebracht haben – ist Aliro eine offene Spezifikation. Man kann sie vereinfacht als das „Matter für digitale Haustürschlüssel“ bezeichnen.
Das Ziel: Die Kommunikation zwischen dem digitalen Schlüssel (Credential) auf einem Smartphone oder Wearable und dem Empfänger am Schloss zu standardisieren. Jeder Hersteller hat bisher sein eigenes Süppchen gekocht. Aliro schafft nun eine universelle Schnittstelle.
Aliro vs. Matter: Der Hausmeister und der Pförtner
Eine wichtige Frage, die sofort aufkommt: Braucht man Aliro neben Matter überhaupt? Die Antwort ist ein klares Ja! Beide werden von der CSA verwaltet, haben aber völlig unterschiedliche Jobs:
- Matter ist der Hausmeister: Es kümmert sich um die Verwaltung und Steuerung im Netzwerk. Matter fragt: „Ist die Tür zu?“ oder befehligt: „Verriegle das Schloss um 22 Uhr!“
- Aliro ist der Pförtner: Es überprüft rein die Zutrittsberechtigung und regelt, wer reinkommt. Aliro fragt: „Darf diese Person die Tür öffnen?“
Die Kommunikation bei Aliro findet dabei direkt zwischen Telefon und Schloss statt (Point-to-Point), ganz ohne WLAN oder Hub. Ein modernes Smart Lock der Zukunft wird idealerweise beide Logos auf der Verpackung tragen: Matter für die Automationen und Aliro für den reibungslosen Zutritt mit jedem Smartphone.
Die Technik unter der Haube
Im Gegensatz zu reinen Software-Lösungen definiert Aliro auch die physikalischen Übertragungswege. Der Standard setzt auf eine Kombination aus drei etablierten Funktechnologien:
- NFC (Near Field Communication): Die Basis für das klassische Anhalten des Handys ans Schloss. Genialer Vorteil: Bei richtiger Implementierung funktioniert NFC auch dann noch, wenn dein Smartphone-Akku komplett leer ist!
- BLE (Bluetooth Low Energy): Wird für die erste Kommunikation und Authentifizierung genutzt, wenn du dich der Tür näherst.
- UWB (Ultra-Wideband): Das absolute Highlight für die Sicherheit. UWB ermöglicht eine präzise räumliche Ortung (Distanzmessung). Das Schloss weiß also exakt, ob du direkt vor der Tür stehst. Das verhindert sogenannte Relay-Attacken (Funk-Verlängerung durch Hacker) und erlaubt ein sicheres „Hands-free“-Öffnen.
Mein Experten-Check: Was bedeutet Aliro für Home Assistant Nutzer?
Für unser Smart Home ist diese Entwicklung ein absoluter Game-Changer. Die Spezifikationen von Aliro 1.0 wurden im Februar 2026 veröffentlicht und die Liste der Unterstützer liest sich wie das Who-is-who der Tech-Branche (Apple, Google, Samsung, Assa Abloy/Yale, Nuki, Aqara).
Stellt euch mal die Automatisierungs-Möglichkeiten vor, wenn Schlösser über eine einheitliche Schnittstelle in Home Assistant eingebunden werden! Automatisierungen reagieren dann nicht mehr nur auf „aufgeschlossen“ oder „zugeschlossen“, sondern darauf, welcher spezifische Aliro-Schlüssel verwendet wurde.
Ein Beispiel: Wenn Kind A die Tür mit seinem Handy öffnet, deaktiviere die Alarmanlage nur im Erdgeschoss und sende eine kurze Benachrichtigung an die Eltern. Das ist eine Detailtiefe, die bisher nur mit viel Aufwand und herstellerspezifischen Bastellösungen möglich war.
Fazit
Der Start von Aliro 1.0 ist der Wendepunkt, auf den viele gewartet haben. Dass mit Nuki einer der prominentesten europäischen Hersteller bereits Hardware-Prototypen gezeigt hat und Firmen wie Aqara oder SwitchBot nachziehen, sichert eine hohe Marktakzeptanz.
Was meint ihr? Ist Aliro der lang ersehnte Heilsbringer für smarte Zutrittssysteme? Und welche Automationen würdet ihr damit bei euch zu Hause als Erstes umsetzen? Schreibt es mir in die Kommentare!
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